Noch mehr Papier zum verlieben!

Verpasse keine Inspiration rund ums Thema Papier. Abonniere den Newsletter und folge uns auf Instagram.

Abonniere den Blog
Paperlove

Faszinierendes Papier-Quilling

Ein Interview mit Anna Chiara Valentini

Ein großes R geformt und gefüllt mit Papierornamenten.
Paper Quilling ist nur eine Leidenschaft der Architektin und Fotografin Anna Chiara Valentini.

Die leidenschaftliche Architektin, Kunstliebhaberin und Fotografin Anna Chiara Valentini entdeckte ihre Liebe zum Papier schon sehr früh – der kreative Werkstoff begleitete sie durch ihre gesamte berufliche Laufbahn. Ihre Quilling-Werke haben wir uns näher angesehen: Sie strotzen vor Lebensfreude und sind als dreidimensionale Illustrationen äußerst gefragt. Wir sprachen mit der sympathischen Italienerin.

Was bedeutet Papier für Sie persönlich?

Oh, Papier! Eine stille, aber ständige Präsenz auf meiner künstlerischen Reise. Von Kindheit an war es nie nur eine Oberfläche – es war ein Ausdrucksmittel, eine Leinwand für Emotionen und ein Tor zur Kreativität. Ich erinnere mich noch an die Spannung, das perfekte Blatt für jedes Projekt zu finden, fasziniert von den Gewichts- und Textur-Nuancen.
Auch bei meiner Arbeit als Architektin war Papier unverzichtbar. Die von mir angefertigten Modelle waren mehr als nur Werkzeuge; sie waren Partner bei der Gestaltung von Ideen, halfen mir, Räume zu visualisieren und Konzepte zu verfeinern.
Papier hat also Ihre persönliche und berufliche Entwicklung geprägt?
Ja, rückblickend wird mir bewusst, wie sehr Papier meine Entwicklung geprägt hat – es überbrückt Fantasie und Realität, leitet meine Hände und verleiht meinen Visionen Leben. Was mich heute am meisten an Papier fasziniert, ist seine unglaubliche Vielseitigkeit. Es kann zart oder robust, glatt oder strukturiert, minimalistisch oder detailreich sein – immer bereit, sich zu verwandeln und nach meinen Vorstellungen Gestalt anzunehmen.

Mit welchem Papier können Sie am besten arbeiten?

Ich habe nicht nur eine einzige ideale Papiersorte – jede hat auf ihre eigene Weise Potenzial. Bei meinen Quilling-Projekten beschränke ich mich beispielsweise nie auf nur eine Sorte, sondern experimentiere mit verschiedenen Gewichten und Texturen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Sehr dickes Papier, wie Pappe, ist jedoch oft zu steif für meine Bedürfnisse. Ich bevorzuge leichteres Papier mit einem maximalen Gewicht von 270 g/m².Wenn ich die wichtigsten Eigenschaften für meine Arbeit definieren müsste, würde ich sagen, dass Flexibilität und Elastizität für eine effektive Formgebung des Papiers unerlässlich sind.

Paper Quilling – eine Frage der drei »P«

Auf Ihrer Website erklären Sie das Gesetz der drei »P« – Geduld, Präzision, Ausdauer (patience, precision, persistence). Sind alle drei für Ihre Arbeit gleichermaßen wichtig?

Absolut. Geduld ist unerlässlich. Die Arbeit mit winzigen Stücken auf so engem Raum kann eine Herausforderung sein. Jede Bewegung will wohlüberlegt sein, denn selbst der kleinste Fehler kann bedeuten, dass man von vorne anfangen muss. Zudem ist Quilling eine Kunst, die äußerste Präzision erfordert – der Umgang mit hauchdünnen Papierstreifen, das Formen filigraner Formen und das millimetergenaue Kleben erfordern eine ruhige Hand und ein scharfes Auge für Details. Und schließlich ist Ausdauer der Schlüssel zum Erfolg. Am Anfang sind Fehler unvermeidlich und man lässt sich leicht entmutigen. Aber durch Beharrlichkeit werden Herausforderungen gemeistert und man erreicht die wahre Meisterschaft. Selbst jetzt lerne ich noch aus meinen Fehlern – es gibt immer etwas Neues zu entdecken!

Glauben Sie, dass in unserem digitalen Zeitalter das Analoge eine Renaissance erleben wird?

Ja, ich glaube, dass analoge Handwerkskunst bereits jetzt eine Renaissance erlebt. Handgefertigte Kreationen hatten schon immer einen einzigartigen Charme und werden trotz der Dominanz der digitalen Welt geschätzt. Die steigende Nachfrage nach einzigartigen, personalisierten Produkten ist ein vielversprechendes Zeichen dafür, dass Authentizität und Originalität nach wie vor hoch im Kurs stehen.

Was war bisher Ihr aufwändigstes Projekt?

Im vergangenen Frühjahr hatte ich das Vergnügen, für einen Kunden zwei äußerst komplexe Meerjungfrauen-Kunstwerke aus Papier zu gestalten. Dieses Projekt war für mich besonders spannend und inspirierend. Eine der Meerjungfrauen zeichnete sich durch eine breite Farbpalette aus, von tiefen, satten Tönen bis hin zu zarten, helleren Schattierungen, mit außergewöhnlich detaillierten und aufwendigen Designs.
Die Herausforderung war wirklich immens und hat mich in vielerlei Hinsicht gefordert. Hier war nicht nur technisches Geschick, sondern auch viel Kreativität und Geduld gefragt. Trotz der Komplexität des Prozesses bin ich unglaublich stolz auf das Endergebnis. Bis heute zählt dieses Werk zu meinen Favoriten.

Meerjungfrau aus unterschiedlichen Papieren und Blautönen.
Das bislang aufwendigste Projekt von Anna Chiara Valentini: eine Meerjungfrau in unterschiedlichen Blautönen.

Neben den faszinierenden illustrativen Werken stellen Sie auch Schmuck aus Papier her. Unterscheiden sich hier die Herangehensweise und die Wahl des Papiers?

Ja, absolut. Die Halsketten bestehen aus Papierstreifen mit einem Gewicht von ca. 80 g/qm und folgen einem einfachen, aber auffälligen Designkonzept. Durch die Leichtigkeit des Papiers sind diese Schmuckstücke sowohl angenehm zu tragen als auch optisch ansprechend. Darüber hinaus verleiht die Verwendung von Papier im Schmuckdesign einen Hauch von ökologischer Nachhaltigkeit.

Gibt es eine Designikone, die Sie fasziniert oder inspiriert?

Ich bewundere die Künstlerin Mary Blair zutiefst. Für mich war sie schon immer ein Symbol für Inspiration und Entschlossenheit. Ihre Karriere ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man in einer von Männern dominierten Branche Geschlechterbarrieren durchbrechen und unauslöschliche Spuren hinterlassen kann.