Eine Bühne für die Bühne: Ein Fotobuch feiert das Ensemble des Schauspielhauses Dresden. Mit typografischem Fingerspitzengespür und spannungsreichem Rhythmus inszenierte plusminus2 diese Publikation.



Das Ensemble im Mittelpunkt
Ein klares Raster überlässt in diesem Ensemble-Buch nicht nur der beeindruckenden Porträtsammlung von Sebastian Hoppe den nötigen Raum. Auch die typografische Kombination der geometrischen Hausschrift mit einem klassischen Serifenfont kann sich auf den aufgeräumten Seiten entfalten. Ohnehin war das Spiel mit den Gegensätzen Teil des grafischen Konzepts: »Die Hausschrift des Staatsschauspiels Dresden hat durch ihre starken Kontraste und das Blockhafte eine gewisse Härte. Dem versuchen wir etwas Feines entgegenzusetzen, wie durch den spielerischen Umgang mit den Typo-Elementen oder der warmen Haptik des Papiers, die das Erlebnis beim Blättern abrundet«, erzählt Fabian Glass, der 2016 gemeinsam mit Luisa Stenzel plusminus2 gründete.
Auf diese Weise kommt man sowohl den Inszenierungen des Schauspielhauses Dresden als auch dem Ensemble näher – eine lebendige und authentische Rückschau entstand. »Unser Ziel war es, jedem Schauspielenden je Doppelseite eine kleine, einzigartige Bühne zu geben. So ist das Buch durch streng konstante Elemente der Schriften in sich gefasst und gleichzeitig eine Sammlung individueller Porträts von Sebastian Hoppe«, so Fabian Glass.



Eine Inszenierung aus Grafik, Material und Produktion
Stringent zeigt sich das kontrastreiche Konzept auch in der Papierwahl: plusminus2 wählte ICON Classic rough white für den Inhalt sowie ICON Classic rough black für die aufkaschierten Buchdecken. Mit subtilen Details wie einer offenen Bindung mit gelber Fadenheftung sowie einer eleganten gelben Heißfolienprägung greifen Gestaltung, Material und Produktion nahtlos ineinander. »Das Cover und die Bindung des Buches greifen das Spiel mit den Kontrasten schön auf – das durchgefärbte, offene Papier in Schwarz wirkt fast samtig und ist der perfekte Gegenspieler zu den glänzenden, glatten Flächen der Folienprägung. Die offene Fadenbindung bringt zudem etwas Handgemachtes, Ungeschminktes dazu, das sehr gut zu der Wildheit und Lebendigkeit des Layouts passt«, erläutert Fabian Glass. Verantwortlich für die perfekte Umsetzung sowie den Vierfarbdruck zeichnete die Druckerei Thieme Meißen sowie die Müller Buchbinderei.


